Sonntag, 22. Mai 2011

Der Gartenteich - zweiter Anlauf

Des Nächtens nach einem guten vinho branco kam mir dann die Idee:
Warum nicht eine kleine Insel?
Also mussten die Gärtner wieder ran. Diesmal zu zweit, denn Stefan hat panische Angast vor Schlangen, trifft im Gelände beim Luís und auf dem Brachland unten hin und wieder auf solche und ist dann stets arbeitsunfähig für ein paar Stunden.
(echt jetzt: Er wird kreidebleich und zittert am ganzen Körper - muss irgendein Kindheitstrauma sein).
Weil aber meine künftige Insel rundherum mit schönen Steinen abgegrenzt sein sollte, und diese nun mal nicht auf der Straße liegen, sondern im Brachland ausgebuddelt werden müssen, kam der zweite Mann mit. Der hat keine Angst vor Schlangen
Sie schleppten also Steine, brachten weißen Kies mit und bauten Chicas neue Insel.



"Sicherheitshalber" gabs auch hier Gitterwerk überm Teich.
Lasst euch nicht täuschen - dieses ach-so-gelangweilte Gähnen ist lediglich Tarnung.

Madame Jenny hat noch zweimal geschafft, trotz Gitter überm Teich, das Ganze auszuräumen.
Ich stand kurz davor, sie umzubringen.
Dann allerdings kam mir (endlich, und dank Jens' Hinweis ) die Idee:
Wofür hab ich den Radio-Fence? Genau.
Da kann man nämlich eine Schleife legen - und damit hatte die gemeine Hexe es geschafft, das weiße Untier vom Teich fernzuhalten.
Zusätzlich noch ein paar äußerst stachelige Kaktusse...
das half zusätzlich. Weil Stacheln ausgraben -
och nööö, das denn lieber doch nicht.

Möglicherweise abschreckend auf das Hundetier wirkt auch der echt bayerische Gartenzwerg mit Gamsbart, Lederhosn und Maßkrug in der Hand.
Dieser war vor mittlerweile knapp 25 Jahren das Abschiedsgeschenk wohlmeinender Kollegen in München, als ich die Landeshauptstadt verließ, um meine Zelte in Baden-Baden aufzuschlagen.
Ich musste heilige Eide schwören, dass ich nimmer lassen würde von diesem Zwerch, und wehe ich würde ihn kaputtmachen oder gar irgendwo "vergessen" bei einem Umzug.
Gar schröckliches Unheil würde die Folge sein...
Klar, dass der Bayernzwerg mich seither verfolgt - ääh: begleitet, und er durfte natürlich auch ins gelobte Land mit.

Und nun hat er die Bewachung der gesamten Insel übernommen.
ich WEISS, dass Gartenzwerge kitschig sind. ist mir aber egal!!


Ein Gartenteich...

... musste her.
Freund und Hausherr und Nachbar Luís hatte mich angestiftet.
Der hat nämlich mittlerweile zwei(!) wirklich wunderschöne Teiche in seinem Riesengarten und ich wollt irgendwie auch.
Vor allem in dem Teil meines Gartens, der irgendwie so nackt aussieht gegen den kuscheligen Teil mit der Casinhota.
Also fing Gärtner Stefan mal an - eine alte Kinderbadewanne diente als Basis. Rundherum Teichfolie. Also unter der Badewanne und auch innen drinne.

Das Untier namens Jenny observierte GENAU, was Stefan da so tat.
Leider ahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, aus welch heimtückischen Gründen sie das alles so genau beobachten musste.




Tadaa - Wasser einfüllen.
Chica hat dann selbst noch ein paar Steine geschleppt (oh mei, mein Rücken!) und das ganze bepflanzt. Papyrus gabs von Luís, da wuchtert das nämlich, in der Horta Praia Grande hatte ich noch eine Sumpflilie sowie zwei Wasserpflanzen erstanden, die das Wasser mit Sauerstoff versorgen und damit klar halten.

Schön, gell?
Leider kam dann das Untier des Wegs und macht alles alles kaputt.
Papyrus im Garten verstreut, Sumpflilie zerbissen, den Teich in ein schwarzes Schlammloch verwandelt.
Ich hätt sie würgen können.

Sonntag, 1. Mai 2011

Der neue Reisepass: Besuch in der Botschaft

Am nächsten Tag - 6. April! - fahren wir also zur Botschaft.
Parken direkt in der Tiefgarage davor, was zwar saupraktisch, aber auch sehr luxuriös ist, wie wir später beim Bezahlen feststellen
dürfen.
Aber egal.

Während Bubu sich nach unserem lecker Mittagessen im Gööööööthe mit Eli trifft, wandere ich
pünktlich um 14:30 ins Botschaftsgebäude.
Alles wie üblich:

Anmeldung. Taschencheck. Piepsdingens.

Nachdem ich für "sauber" befunden wurde, darf ich auch nach hinten ins "Passbüro".
Keiner da außer mir (VIP-Faktor
).
Ich verplaudere mich fast ein halbes Stündchen mit der sehr sehr freundlichen Dame da.
Fotos sind kein Problem - allerdings fragt die Dame schon eindringlich nach:

"Wo haben Sie die denn machen lassen? Die sind ja echt schön!"
"In Estoril bei Foto Tó."
"Oh Gott - wer hat fotografiert: der alte oder der junge?"
"Der junge - warum?"
"Na, dann passt alles von den Abmessungen her. Wenn's Fotos vom alten Tó sind, stimmt oft was nicht!"
Puh - fällt mir Stein vom Herzen.

Beim Fingerabdruck-Nehmen (nein: nicht mit Tinte bzw. Stempelkissen!, sondern so laser-abtastmäßig) stellt die Dame fest:

"Sie haben einen abgenutzten Zeigefinger an der rechten Hand. Sind Sie Schriftstellerin oder so?"

Ich gestehe.
Wobei die Dame deshalb nicht auf den Beruf "Sekretärin oder so" kam, weil ich ja auch meinen Künstlernamen im Pass eingetragen habe.


Wann der Pass fertig ist?
Tja, das kann die Dame nicht genau sagen. Weil ja alles über Berlin geht.
Sie schickt mir aber eine Mail, wenn es soweit ist, und ich muss - "leider, leider!" - persönlich vorbeikommen zum Abholen, weil der alte Pass ja noch gültig ist und deshalb dann entwertet werden muss.
Macht aber nichts - jetzt, wo mein Navi den Weg kennt und ich persönlich auch und außerdem die Parkgarage vor der Haustüre ist...

Tja, was soll ich sagen?!
Am 28.4. war die Benachrichtigungsmail für die Passabholung da.

Find ich ganz schön schnell.
AM 29. konnt ich natürlich nicht nach Lissabon: Royale Hochzeiten haben mich gehindert.

Aber in den nächsten Tagen...

Der neue Reisepass: Fototermin mit Überraschung

Chica schaut mal wieder, eigentlich "einfach nur so", in ihren Pass.
Und siehe da: Er ist nur noch bis Anfang Juli 2011 gültig. Was also tun?

Erstmal - das ist immer am besten! - ein Blick auf die Seite der deutschen Botschaft Lissabon.
Was braucht man alles, um sich den Pass hier in Portugal ausstellen zu lassen? Denn mal eben nach Deutschland zu fliegen, und sich da beim Passamt entsprechend die Dokumente machen zu lassen - das kommt einfach nicht infrage.
Auch ein Besuch bei der lieben Familie steht in diesem Jahr nicht an.

Okay: Abmeldebestätigung des (deutschen) Heimatortes. Cartão de Residência. Zwei biometrische (!) Passfotos. Alter Pass. Geburtsurkunde.
Das sollte zu schaffen sein.

Vorsichtshalber schreib ich mal per Mail an die Botschaft, Abteilung Konsularangelegenheiten, ob man mir wohl den einzigen Fotografien, den es angeblich in ganz Lissabon gibt, und der diese Fotos macht, nennen könnte.
Bingo! Schon nach wenigen Minuten war die Antwort da. Und auch die Bitte, doch vor meinem Besuch mal in der Botschaft anzurufen, und wenn möglich sogar einen Termin zu vereinbaren.

Achtung, wichtiger Hinweis für Residenten:
Man kann, jeweils mittwochs Nachmittag, Termine vereinbaren.
Damit wird man nicht nur automatisch zum VIP, sondern entgeht vor allem dem vormittäglichen Stau, wenn nämlich all jene um einen vorübergehenden Ausweis nachsuchen, denen selbiger im Gewühl auf dem Rossio geklaut wurde oder denen man den Pass schlicht und ergreifend geklaut hat.

Ich nutze die Chance, dass die liebe Bubu mich ein paar Wochen besuchen kommt.
Denn ich bin mir sicher:
Einen paar Stunden in der Stadt, mit ein bisschen bummeln, das wird ihr sicher gefallen. Und weil die liebe Bubu ein gutes Fotografen-Auge hat, wird sie auch gleich zum Fotoladen mitgeschleppt.

Der freundliche Mail aus der Konsulatsabteilung entnehme ich übrigens, dass es nicht nur einen einzigen, sondern wohl mindestens vier Fotografen in Portugal gibt, die in der Lage sind, biometrische Passfotos anzufertigen.
Einer davon sitzt - was für ein Glück! -, in Estoril. Und weil man ja Navigationsgerät hat und auch in der Lage ist, Google Maps zu lesen, finden wir da auch auf Anhieb hin.

Achtung - wichtiger Hinweis für Residenten:
Den Fotograf Tó (Rua dos Cedros 169c, Tel. 21 468 36 38) kann ich wirklich nur empfehlen! Freundlich, kompetent, sehr bemüht - und man zahlt nur sechs Euro für vier Bilder.

Ein sehr alter Herr, Tó 1 sozusagen, und sein Sohn, Tó 2.
Im Laden steht auch noch eine alte Dame, telefonierend an der Kasse, das ist wohl die Gattin von Tó 1. Papa fein mit Hemd und Krawatte, Sohn eher leger.

Wir werden nach hinten ins "Studio" gebeten. Fotografieren wird der Sohn, Papa schaut nur zu und gibt gute Ratschläge. Aber alles ganz liebenswürdig, ganz freundlich. Bubu zuppelt noch ein bisschen an mir herum. Auf dass ich "schön" sei auf den Fotos und später im Pass.
Tó 2 lugt durch seine Kamera und stellt fest: Noch passt nicht alles. Er fragt, ob er auch ein bisschen zuppeln darf. Das T-Shirt würde an der Schulter ein Fältchen schlagen…

Oh mei: Wenn ich da an meinen letzten Besuch beim Passfotografen in Deutschland denke… Dem war das schietegal.
Es werden mehrere Aufnahmen geschossen.
Und Chica und Bubu suchen die schönste aus.
Natürlich geht das alles nicht ohne viel Gelächter ab.

Sohn Fotograf verschwindet nach draußen, um die Fotos zu drucken.
Vater Fotograf leistet uns derweil Gesellschaft. Er zählt uns aus seinem Leben, und so erfahren wir, dass er schon über 50 Jahre fotografiert. Dass er einmal in seinem Leben in der Spielbank war und da erst gewonnen, und dann verloren hat. Wie er sagt: „Der Gewinn gehörte ja eigentlich nicht mir, also konnte ich ihn auch wieder verzocken.“

Sohn Fotograf kommt wieder, zeigt uns die Fotos und fragt, ob er von uns freundlichen senhoras ist ein Freundschaftsfoto machen dürfe, er finde das einfach nett. Bubu und ich tausche uns kurz per Blick aus und sagen ja. Sooo teuer kann das ja nicht sein und es ist eine hübsche Erinnerung.
Wir dürfen sogar den langweiligen weißen Hintergrund gegen einen blauen tauschen - so blau wie der Himmel in Portugal.
Nach vielen Gekicher ist die Aufnahme endlich "im Kasten".
Und nun kommt's!
Als ich bezahlen will, stellte sich heraus: Die Passfotos kosten sechs Euro.
Das Freundschaftsfoto aber ist ein Geschenk. Zwei Abzüge.
Weil wir so nett und sympathisch sind.
Finden wir beide natürlich ganz toll!
Und klar, dass wir dem Wunsch von Vater und Sohn nachkommen und ihn und seine Arbeit jedem weiter empfehlen.
Ist hiermit passiert!

Montag, 20. Dezember 2010

Krise in Portugal?

... kann man sehen. So gehts zu, wenn der Mediamarkt in Aldfragide um Mitternacht öffnet und für 3 Stunden alles "ohne Mehrwertsteuer" (immerhin -21%) verkauft:

Montag, 13. Dezember 2010

Endlich endlich ist der Regen vorbei...

... und heut morgen war Portugal am Cabo wieder mal so,
wie es sein soll:

Also: nix wie raus mit den Hunden. Wobei sich zeigte:
Einerseits sind meine beiden sehr reinlich.
Andererseits sinds echte Schmutzfinken bzw. Schweinehunde.

Nach ausgiebigem Laufen...

... ja was ist denn da?

Chic!

Erstmal schauen und ein Schlückchen nehmen.

Dann erstmal mit den Pfotens rein...
dann suhlen wir uns ein bisschen...
"Fast so schön wie im Meer - und nachher darf ich in die Wanne"

Gio findets auch nicht so schlecht -
für ein kleines Erfrischungsschlückchen...

und vergisst komplett, dass er "eigentlich" wasserscheu ist.

dann natürlich noch ein Abschlusspinkeln.
So, jetzt können wir heim zum Essenfassen.

Sonntag, 12. Dezember 2010

Warum ich WikiLeaks unterstütze

Weil
  • es nicht sein kann, dass die Wahrheit unterdrückt wird - mit Mitteln, die an eine Diktatur erinnern
  • wirtschaftliche "Macht" ausgenutzt wird (z.B. die Sperrung der Konten bei payback, Visa, Mastercard), um jemand "zur Räson" zu bringen
  • weil ich denke, dass WikiLeaks und Julian Assange einen Job machen, der "eigentlich" jedem guten und professionellen Journalisten zur Ehre gereichen würde.
  • weil Information und Transparenz in einer Demokratie unerlässlich sind
Deshalb habe ich eine Website installiert, die direkt zur Originalseite von WikeLeaks führt:

Wer mehr über Hintergründe wissen will, dem empfehle ich diesen Film (englisch)

Ich rate übrigens - neben der Lektüre des "Spiegel" - zur Lektüre des englischen "Guardian": SO stell ich mir Journalismus vor.
In der Tradition von beispielsweise Bob Woodward und Carl Bernstein bei der Watergate-Affäre. Oder von Daniel Ellsberg und seiner Veröffentlichung der Pentagon-Papiere zum Vietnamkrieg. Vor 39 Jahren - und er wurde damals genau verfolgt wie heute WikiLeaks bzw. Julian Assange.
Für mich erschreckend: Nicht über die Täter wird geurteilt, sondern über den, der über ihre Taten berichtet bzw. uns allen die Chance gibt, sich ein eigenes Urteil zu bilden.


Freitag, 29. Oktober 2010

"landunter" in Lissabon

Was ein Glück, dass ich am Cabo wohne und damit weit mehr als 150 Meter über dem Meeresspiegel.
SO sah es heut morgen nämlich in Lissabon aus:

Sonntag, 17. Oktober 2010

Bauern- und Zigeunermarkt in Tires

Nachdem mein lieber Neffe wieder mal zu Besuch war (und ja auch bekanntlich seine Spuren hinterlassen hat - kuckt man hier), sind wir natürlich auch auf den Markt gegangen. Das Wetter war einigermaßen passabel, und so war die Fotoausbeute auch durchaus ok.
Hier also ein paar Eindrücke - der Markt findet jeden Samstag statt, außerdem am 1. und 3. Sonntag im Monat.

Buntes Treiben:
Das darf natürlich nicht fehlen: Balcalhau!
Es gibt mindestens fünf Stände wie diesen.
Leckerst: die Chouriço- und Käseauswahl!
Auch von denen gibt es eine ganze Reihe von Verkaufswagen.
Auf einem Großteil des Marktes finden sich die "Zigeunerabteilung" - mit Klamotten, Haushaltswaren, Schuhen - und allem, was man sonst so noch brauchen kann.
Hier mal eine kleine Klamottenauswahl ) - bei weitem nicht alles, was es auf dem Markt gibt!

Mitten drin das Marktgebäude mit Talho, "Fischabteilung" und vor allem einem Café sowie einer kleinen Kneipe, in der man ausgesprochen leckerst frangozinhos vom Grill essen kann - mit Blick ins Getümmel:

Diese Herren dürfen natürlich auch nicht fehlen:
lässig zu viert "Wache schiebend", was aber eher Anwesenheit-Zeigen ist als echte "Arbeit".
Die GNR mit dem Rücken zum Geschehen und zu viert
(die anderen beiden stehen umme Ecke, die hab ich auch erst nachher gesehen )
eifrigst ins Gespräch vertieft.
Die Lebend-Tier-Abteilung
Wer Karnickel sucht oder Hühner und Hähnchen, wer Küken braucht oder auch nur ein paar Eier:
Auf dem Markt in Tires wird man fündig.

Der Fischmarkt
Wirklich toll ist der Fischmarkt! Alles frisch, natürlich!
In der kleinen Halle finden sich ca. 10 oder 12 unterschiedliche Anbieter.
Ne Bombenstimmung und freundlich-fotogene Marktfrauen wie auch Fische
Hier mal das Gesamtangebot:

So tät das dann verzehrfertig ausschauen