Samstag, 16. Oktober 2010

Grandios: Der Atlantik spielt ...

... und da hatten wir wirklich Glück, das einmal erleben zu dürfen. Ich hatte ja Besuch im Haus - Basti reiste am 4.10. an und leider spielte das Wetter (wieder mal) nicht so dolle mit: Er hatte nur zwei oder drei wirklich schöne Tage mit Sonne und Pool. Aber dafür waren wir viel unterwegs. Und am Samstag hat uns der Atlantik mal gezeigt, wie es ist, wenn er ein bissle Wellen macht.

Uns wars schon aufgefallen, als wir mittags von Freeport/Alcochete zurück fuhren, an der Linha entlang: Überall standen Autos und Menschen, die aufs Meer hinaus starrten.
Hab ich mir gedacht: "Hmmm - das köööönnte am Boca do Inferno interessant sein..."
Et voilà:
Und das war alles unten am Parkplatz des Boca do Inferno.
Direkt ans Boca konnte man nicht, das war gesperrt. Aber trotzdem waren natürlich eine Menge Leute da, die fasziniert zuschauten, wie die Wellen sich auftürmten.
Hier noch ein Blick aufs Boca "von oben", also vom gesperrten Tor aus:



Wir sind dann weiter Richtung Guincho gefahren, und kurz nach dem Fort Oitavos hab ich dann noch diese Fotos gemacht:



Wir waren natürlich nicht die einzigen hier - der Atlantik am vergangenen Samstag war ein Fest für alle Fotografen, wie man sieht:


Donnerstag, 16. September 2010

der neue cartão do residência permanente

Heute war wieder mal so ein Tag, wie es in Portugal sein soll.

Mein Termin bei der SEF. Um 10 Uhr morgens.
ich hatte ja schon nachgefragt, in weiser Voraussicht, bei meiner Terminabsprache, was man der jetzt seit einiger Zeit machen muss, was ich an Dokumenten so alles vorliegen soll.
Seit heute weiß ich nun, warum die SEF seit neuestem Termine macht.
Es ist nämlich einfach so, dass man damit die Schlangenbildung etwas verschiebt. Dafür dauert das ganze dann allerdings änger als bei mir jemals zuvor.

Aber der Reihe nach:
Ich also Anfang August bei der SEF angerufen,
1) in der Hoffnung, dass ich dann wegen Urlaubszeit nicht so lange warten muss, und
2) weil meine alte Residência am 1. September 2010 "ablief".
Das sagte ich der Dame auch am Telefon, als sie mehr als Termin den 16. September 2010, um 10 Uhr morgens nannte.
"Não faz mal", meinte sie. Aber vorher hätte sie eben keinen Termin frei.

Macht ja auch nichts, dachte ich, hab ich wenigstens Zeit schöne Fotos machen zu lassen, und alle Papiere zusammen zu sammeln.

Heute Morgen bin ich da also hinmarschiert.
Der erste, sehr erfreuliche Eindruck: keine lange Schlange, die sich um den Häuserblock windet.
Eine kleine, mickrige Schlange, von circa vier Personen, die im Eingangsbereich steht, weil da einer sitzt, der die senhas austeilt.

Ich nannte meinen Namen, er fand mich, gab mir eine Nummer mit einem B (29!) Und erzählte mir, diese Nummer würde dann aufgerufen.
Na gut, dachte ich, nachdem es erst neun Uhr 45 war, warte ich halt ein wenig.
Ziemlich genau um 10 Uhr wurde ich dann an die neue, im Wartesaal befindliche Rezeption gerufen. Da waren zwei Damen tätig, die jeden überprüften, ob er auch die wichtigen Dokumente dabei hat.
"Meine" tat das natürlich auch, und voller Freude konnte ich feststellen, dass sie nur genau jene Papiere haben wollte, die auch auf der Internetseite der SEF zu finden sind. Also weiß Gott nicht all jene, die Dame am Telefon mir genannt hatte. Nun bin ich ja nicht blöde, lebe ja nun auch schon einige Zeit in diesem Lande, und war - trotz der aus dem Internet heruntergeladenen Dokumentenliste - natürlich für alle Eventualitäten vorbereitet.

Die Dame überprüfte also, stellte fest, alles ist da - ich freute mich.
Aber nix da!
Ich wurde mit einem neuen Antrag versehen, meiner - aus dem Internet heruntergeladen - galt angeblich nicht mehr, und ich sollte eine neue senha holen. Diesmal nicht B, sondern aus völlig unerklärlichen Gründen den Buchstaben E (der normalerweise für all jene gedacht ist, die gar nicht selbst hinmarschieren, sondern jemanden beauftragen).
Meine Nachfrage ergab: Das ist schon o.k., Sie sind ja aus der Europäischen Union.
O.k. - wenn sie das sagt...

Nach etwa einer halben Stunde war es dann soweit:
Tisch Nummer sechs war der meine. Eine junge dunkelhäutige Mitarbeiterin nahm meine Papiere entgegen, schaute entsetzt auf meine Residência, und tat kund: "Da müssen Sie einen komplett neuen Antrag stellen, denn die ist ja bereits abgelaufen!"
Wie bitte!?
Ich erklärte, dass ich genau das der Dame am Telefon vor ungefähr sechs Wochen gesagt hätte, und dass die mir mitgeteilt hätte, das würde nichts ausmachen. Weil ja alles in den Akten vermerkt sei.
O.k., musste die Dame nachfragen.
Mit anderen Worten: Sie verschwand.
Aber sie kam zurück. Mit freudiger Botschaft. Es geht doch!

Dann sah sie meine extra angefertigten Fotos.
"Die gehen nicht, die sind zu groß!"
Mein Einwand, dass ich die nun extra für Dokumente hätte anfertigen lassen, galt nichts.
Mir wurde dafür der genaue Weg zu einer "foto machina" beschrieben.
O.k., wenigstens ein Vorteil - das klärte ich sofort ab:
Ich müsste nach erfolgter Fotoherstellung keine senha mehr ziehen, könnte gleich zu ihr hineinmarschieren.

Ich also raus aus dem Gebäude, um zwei Kurven, auf die "HauPtstraße" in Cascais: nichts zu sehen. Kein Hinweis auf eine foto machina.
Aber ein Polizist auf so einem vierräderigen "Motorrad" kam des Weges, mit schick verspiegelte Sonnenbrille. Den stoppte ich.
Er wusste allerdings auch nichts.
Aber er war sehr hilfsbereit, denn:
"Espera um momento, se faz favor" - und er fuhr 5 m weiter (muss ja auf diesem Wege auch wahnsinnig Spaß machen!), um da einen vor seinem Geschäft stehen den Juwelier zu fragen, wo denn hier der Fotoautomat sei.
Der wusste Bescheid (klar, mit nem Laden zums Eck von der SEF ), und nachdem das Dingens auch genau im Eingangsbereich meiner Versicherungsagentur stand, fand ich da sogar hin.

Fotos aus solch einem Automaten habe ich, glaube ich, zuletzt vor 40 Jahren oder so machen lassen.
Gemeinsam mit ein paar kichernden Freundinnen, und mit vielen Grimassen. Seitdem allerdings bevorzuge ich es, aus Erfahrung klug geworden, Fotos für Dokumente lieber dann doch in einem Studio machen zu lassen. Darf gerne ein Schnellstudio sein, aber nimmer im Automaten.

Egal: bevor ich den ganzen Prozess nochmal anfange...
Ich also in den Automaten gesetzt, alles ordentlich befolgt, eine 5-Euro-Note hineingeschoben.
Resultat: Nix!
Dasselbe nochmal.
Resultat: Nix!
Aber wenigstens spuckte der Automat das Geld jeweils wieder aus.
Ich also raus marschiert und nach jemandem gesucht, wie mir da weiterhelfen kann. Nervös oder genervt?? IIIICH doch ned.

Und was entdecke ich?
Außen an dieser Box der Schnellfotomaschine: ein Extrafach, mit 2 x 4 Fotos drinnen.
Grausige Fotos. Aber: Fotos, die es für die SEF tun werden.

Bei meiner erneuten Ankunft beim SEF-Gebäude war eine kleine Schlange entstanden. Es gab nämlich heftige Diskussionen, nicht von meiner Seite, sondern von ein paar Leuten, die sich da von dem "Pförtner" veräppelt fühlten.

Aber letztendlich war es dann soweit. Ich stand vor dem Pförtner. Erklärte dass ich gleich sein dürfe.
Das klappte natürlich auch - wir sind schließlich in Portugal! - und nach nur weiteren knapp sieben Minuten, als "meine" Dame die andern beiden abgefertigt hatte, die vor mir behandelt wurden, nahm sie mir meine scheußlichen Fotos ab.
Fertigte ein Papier hinaus, dass ich ein neues Dokument beantragt hätte, sagte mir, das alte sei dann sozusagen bis dahin gültig - und das war's.

Jetzt muss ich nur noch auf die Benachrichtigung warten, dann darf ich nochmal hin, Zahlen und Fingerabdruck, und dann bin ich wieder "legal".

Dienstag, 13. Juli 2010

Gärtnerfreuden...

ja ja lacht nur. aber ich hab zum allerersten mal in meinem leben einen gemüsegarten angelegt. und bin einfach nur beeindruckt, wie alles wächst und gedeiht.
angefangen hatte das ja so:
kirschtomaten (links) und rucola (rechts)

nach ein paar wochen (jaaaa in portugal geht das so schnell) wars dann schon soweit: der rucola erntefähig und die zucchini (hier nicht im bild) waren auch schon fingergroß...
und sie wachsen und wachsen
so wild und ungezügelt, dass ich die tage luís um hilfe bat, da gemeinsam mit mir mal ordnmung reinzubringen. e voilà - die rustikale, landestypische rankhilfe:
war ganz schön arbeit, das alles jetzt erst (ok, ich schäm mich e bissle) hochzubinden. kirschtomaten gibt es jetzt schon jeden tag und auch bei der flaschentomaten zeigen sich die ersten roten früchtchen.

übrigens: rucola ist abgeerntet.
jetzt steht bald eisbergsalat an (endlich, den gibt es hier in portugal nämlich nicht überall)

und die bohnen sind ebenfalls schon erntereif.

von den zucchini ganz zu schweigen:
ich hab schon (gefühlte) tonnen eingefroren, aber die zweite ernte ist schon da...

Freitag, 11. Juni 2010

Aufatmen...

... nach einer woche angst.

der grund:
vor gut einer woche war jenny "irgendwie" komisch.
fraß nix, trank nix, lag nur rum. nicht mal mit jogurt und nem ei drin konnt ich sie locken.
selbst das ließ sie stehen.
die nase trocken und heiß, der ganze hund war glühend heiß.
also fieber messen: mehr als 40 grad.
okay - hunde haben normalerweise zwischen 37,5 und 38,5 grad körpertemperatur.
also mehr als frauchen und herrchen.
aber über 40??
ich also tierarzt angerufen.

"mein eigener": nicht da.

die tierklinik in malveira da serra scheidet aus - da war ich einmal mit max, das war furchtbar. da geh ich auf keinen fall hin.

tipp von carmo, in colares: die waren zwar da.
aber: so schnell kein termin frei.
okay: am folgetag (= donnerstag) wärs möglich. aber weil da ein feriado ist (fronleichnam), kostet die consulta schon mal 65 €, weils als notfall zählt.
okay - wär mir egal, aber bei denen war ich noch nie, und ich find sie irgendwie unfreundlich.
deswegen bitte ich mir aus, dass ich nachher nochmals anrufe, wenn ich niemanden in der näheren umgebung finde.

nächste möglichkeit: clinica "animais da serra" in almoçageme.
wär näher dran, und damit an sich optimal. auch für künftige fälle bzw. notlagen.
es ist 17.30. ich krieg mit jenny einen termin für 18 uhr.

drei leutchen stehen - neben frauchen - um jenny rum.
2 ärzte und die helferin.
die ist so krank, dass sie sich von einem mann (!!) auf den tisch heben lässt.

nochmals fieber messen: es ist gestiegen - jetzt 40,6 Grad.
abtasten. nix zu fühlen - schmerzen hat sie wohl nicht, auch keine verhärtungen oder so.
also blutabnahme.
jenny macht alles mit, ohne muckser.

resultat der blutwerte: es deutet alles auf zeckenfieber. denn: der wert der roten blutkörperchen... oh mei, meint der doc.
das ganze ist auch als (habs zuhause dann gegoogelt)
babesiose bekannt.
das ist ein blutparasit, der die roten blutkörperchen auffrisst. er wird von zecken übertragen. obwohl jenny und auch gió ein scalibor tragen - aber 100% hilft das halt auch nicht.
wenn man nix macht bzw. das ganze zu spät erkennt, führt babesiose zu koma und tod in 7-10 tagen.

jenny kriegt 2 spritzen, ich krieg 3 tabletten mit (1x täglich) und wir machen gleich termin für samstag aus.

donnerstag: jenny gehts besser.
sie frisst wieder, trinkt und verbellt auch bereits wieder menschen, die sich dem garten zu sehr nähern (feriengäste von luís beispielsweise).
aber am samstag hat sie immer noch leicht erhöhte temperatur.

die tierärztin und ihr kollege meinen:
es sieht aber gut aus. nochmals bluttest am mittwoch (also vorgestern) - und jenny muss noch antibiotika nehmen, zeitgleich magentabletten. alle 12 stunden jeweils ne halbe pille.

am montag abend/nacht: großes gekotze.
selbst trockenleckerlis bleiben nicht drin.
daraufhin geb ich die letzte halbe pille nicht mehr.
stört den hund nicht weiter, am dienstag ist jenny wieder völlig normal (soweit dieser hund normal sein kann )

vorgestern (mittwoch nachmittag) nun:
wieder tierklinik in almoçageme.
nochmals bluttest.

das ergebnis:
alles okay.

mir fällt ein riesenstein vom herzen, der eigentlich auf der richterskala ein mittleres erdbeben angezeigt haben müsste.

und nun aalt sie sich wieder im garten:

Freitag, 28. Mai 2010

Casinhota de Pirilampos - im magischen Zeitraffer

und wer das ganze mal im schnelldurchgang sehen will - e voilà:


Endlich fertig!

tja - so nach und nach wurde es.
nach der wöchentlichen und vor-gästlichen einkaufstour kam ich zurück -
luís hatte schon mal den kaminsims dekoriert. süß, oder??
der tisch ist gedeckt - und wartet auf die gäste:
gió ergriff mal kurz die gelegenheit, dass casinhota de pirilampos sozusagen ohne recht und gesetz war und saß deshalb widerrechtlich auf der bank neben chicas schwesterlein.
dekoriert wurde dann alles e bissle schöner am nächsten tag

und chica ist samt hunden einfach nur rundherum glücklich

und freut sich aufs sommerfest in azóia...

Malerei und Putzerei

nach und nach wurde alles anstatt schmutzig-weiß oder gar dunkelgrau freundlich vanillefarben:
der efeu hatte das ganze häuschen ja regelrecht "eingesponnen". hier kann man sehen, wie dick die "grüne wand" war.
der efeu wurde entsprechend rund um den eingang beschnitten und -
endlich! - am dienstag abend vor einer guten woche, war die letzte größere arbeit zu machen:
das grüne netz kam als abdeckung drauf.
Stefan und seine helfer waren bis weit nach 22 uhr tätig - dann wars geschafft.
am selben abend entstand dann auch der name meines neuen kleinen "häuschens":
"casinhota de pirilampos", denn ringsherum schwebten viele glühwürmchen. echt wahr!!

am nächsten morgen dann: putzarbeiten.
schließlich sollten am nachmittag chicas gäste einlaufen (bzw. per bike von deutschland aus einfahren). luís griff mal zum gartenschlauch...

jenny fand das alles aber eher zum gähnen:

Schreibstopp - aber natürlich kein Baustopp!

hatt ich doch besuch vom schwesterlein samt freund(en) bis gestern und daher keine zeit, hier weiter zu schreiben. aber: wir waren eifrigst damit beschäftigt, den neubau einzuweihen.
hier also der fortgang der bauarbeiten - so laaaaangsam wird es.
hier kann man schon mal den ausblick proben:
gärtner stefan hat sich extra in sitzhöhe hingehockt, und die hecke dann so geschnitten,
dass chica mehr meerblick hat...
die bauerei ist praktisch fertig -
und der kamin ist auch wieder gerade:
und nun kam der maler...