Sonntag, 17. Oktober 2010

Bauern- und Zigeunermarkt in Tires

Nachdem mein lieber Neffe wieder mal zu Besuch war (und ja auch bekanntlich seine Spuren hinterlassen hat - kuckt man hier), sind wir natürlich auch auf den Markt gegangen. Das Wetter war einigermaßen passabel, und so war die Fotoausbeute auch durchaus ok.
Hier also ein paar Eindrücke - der Markt findet jeden Samstag statt, außerdem am 1. und 3. Sonntag im Monat.

Buntes Treiben:
Das darf natürlich nicht fehlen: Balcalhau!
Es gibt mindestens fünf Stände wie diesen.
Leckerst: die Chouriço- und Käseauswahl!
Auch von denen gibt es eine ganze Reihe von Verkaufswagen.
Auf einem Großteil des Marktes finden sich die "Zigeunerabteilung" - mit Klamotten, Haushaltswaren, Schuhen - und allem, was man sonst so noch brauchen kann.
Hier mal eine kleine Klamottenauswahl ) - bei weitem nicht alles, was es auf dem Markt gibt!

Mitten drin das Marktgebäude mit Talho, "Fischabteilung" und vor allem einem Café sowie einer kleinen Kneipe, in der man ausgesprochen leckerst frangozinhos vom Grill essen kann - mit Blick ins Getümmel:

Diese Herren dürfen natürlich auch nicht fehlen:
lässig zu viert "Wache schiebend", was aber eher Anwesenheit-Zeigen ist als echte "Arbeit".
Die GNR mit dem Rücken zum Geschehen und zu viert
(die anderen beiden stehen umme Ecke, die hab ich auch erst nachher gesehen )
eifrigst ins Gespräch vertieft.
Die Lebend-Tier-Abteilung
Wer Karnickel sucht oder Hühner und Hähnchen, wer Küken braucht oder auch nur ein paar Eier:
Auf dem Markt in Tires wird man fündig.

Der Fischmarkt
Wirklich toll ist der Fischmarkt! Alles frisch, natürlich!
In der kleinen Halle finden sich ca. 10 oder 12 unterschiedliche Anbieter.
Ne Bombenstimmung und freundlich-fotogene Marktfrauen wie auch Fische
Hier mal das Gesamtangebot:

So tät das dann verzehrfertig ausschauen

Samstag, 16. Oktober 2010

Wandschmuck im Gemüsegarten - Teil 2

Wie gesagt: Am vorletzten Tag von Bastians Besuch spielte das Wetter endlich mit.
Schon Tage vorher hatte der Künstler kritischen Blicks die Wand gemustert und gegrübelt, was man denn da...
Die Farben hatten wir ja schon festgelegt - vor alle Grün und ein bisschen Geld und Rot - so pflanzenmäßig eben...

Mein Vorschlag: das Wort "horta" irgenwie einbauen bzw. da draus was machen.
Die Idee gefiel - und so gings los.

Der Entwurf wird auf die Wand übertragen:
Das sah dann so aus:
Die "grüne" Füllung der Buchstaben ist fertig:
Nun kommt die erste, die gelbe Umrandung hinzu:
Feinarbeiten am YingYang
Ein bisschen gruselig schaut er ja schon aus ;-)
Das Rot kommt hinzu:
Details und extra Verzierungen:

Fertig:


Schön ists geworden!
Vielen Dank an den Sprayer! ;-)
Auf meine Frage übrigens "wieso Yingyang?" meinte Bastian:
Weil man im Garten und bei der Gartenarbeit den Ausgleich zur Natur findet.

Wandschmuck im Gemüsegarten - Teil 1

Nachdem Bastian ja nicht nur Koch ist, sondern auch Künstler, bat ich ihn, die kahle Mauer in der "horta" (das ist portugiesisch für Gemüsegarten) zu verzieren. Wollt ich endlich doch auch mein "eigenes" Graffito haben. Nunja - das Wetter war eher mau, viel Regen und Sturm. Trotzdem gingen wir gleich am Anfang von Bastis Besuch mal auf Internetrecherche, wo man denn hier in Portugal echte Graffiti-Sprays herbekommt. Denn die "normalen" Farbsprays bei Aki oder Leroy Merlin gehen ins Geld - pro Dose sind da locker etwa 9 Euro fällig.
Bastian meinte: "Das muss preiswerter gehen - in Deutschland zahl ich so um 3 Euro." Caps - also die Sprühaufsätze für unterschiedliche Strichstärke - und eine Maske hatte er mitgebracht.

Google ergab: Es gibt nen Laden - "GearboxStudio", in der Rua do Sto. António in Monte Estoril. Nun hat frau ja nen Navi... Wir haben erst mal da angerufen, ein freundliche Dame gab die Auskunft: Der Herr, der da zuständig sei (später stellte sich heraus: ihr Sohn) sei grad nicht da, man möge doch in ner Stunde nochmals.
Haben wir also erst mal mittag gegessen - und zwar im Cascaisshopping. Bastian stärkte sich an einer winzig kleinen (hahaha) francesinha, Chica aß wieder mal lulas recheadas.
Dann der zweite Anruf: Okay, wir könnten kommen, aber NUR heute, und NUR zwischen 15 und 17 Uhr, weil sonst wär er nur sporadisch im Laden und die nächsten Tage gar nicht, weil er eigentlich Musiker ist und Auftritte hat und den Graffiti-Laden nur so nebenher... okay.

Neue Tagesplanung: Wir shoppen noch ein bisschen und fahren dann gleich vom Cascaisshopping aus nach Monte Estoril.
Taten wir dann auch.
Die Rua do Sto. António ist eine laaaaaaange Straße.
Wir hatten keine Hausnummer, sondern eine Bezeichnung "lote 3, B1".
Aha.
Einmal Straße rauf und runter, mit Adlerblick spähend.
Nix.
Am Ende der Straße führte ein Mann seinen Hund Gassi - den fragte ich.
"Keine Ahnung. Aber fragen Sie doch mal da im Verkaufsstand für neue Häuser und Wohnungen nach, die müssten das wissen!"
Wussten sie aber nicht.
Also haben wir gewendet und unseren Adlerblick nochmals schweifen lassen.
Hausnummern gabs zuhauf, neue Häuser mit Hausnummer, aber noch im Bau befindlich, ebenfalls.
Da endlich - in der Mitte der langen Straße - rechts: "lote 1".
Da kann "lote 3" ja nun nicht weit sein. Außer die Portugiesen haben ein komplett anderes Nummernsystem - man weiß ja nie...
Hatten sie aber in unserem Fall und in dieser Straße glücklicherweise nicht.
"lote 3" war gleich gegenüber.
Ich also umgedreht und "richtig rum" und praktisch vorm Haus geparkt.
Laden war keiner zu sehen, allerdings vor dem Haus "lote 3, B1" andere parkende Fahrzeuge mit offensichtlich wartenden Menschen drinnen.
15 Uhr: Nix tut sich.
15.15: Nix tut sich, außer dass die wartenden Menschen zu telefonieren anfangen.
Ich telefoniere auch, erreiche aber niemanden.
Okay - wird der Typ unterwegs sein.
15: 25 nix.
Ich steig aus - Bastian weigerte sich - und frag einen der Telefonierer, ob er was weiß.
Er weiß, aber eben nur, dass der Laden bzw. ein armazem (also eher ein Lager) hier ist, aber er weiß nicht, wann jemand kommt.
"Eigentlich um 15 Uhr... aber...."
Wir beschließen zu warten, das Wetter ist eh Mist, dann können wir auch im Auto sitzen.
15:40: aaaaah - eine Frau nähert sich energischen Schritts.
Sie schließt auf - und Bastian ist glücklich: Denn hunderte Kartons mit unterschiedlichsten Sprays, aber gute Marken und viele Farben... und der Preis stimmt auch: ab 2,70 bis 3,60 Euro pro Dose.

Unsere Ausbeute:
Leider spielte das Wetter an den kommenden Tagen so gar nicht mit - das Graffito entstand erst am vorletzten Tag von Bastians Besuch...

Grandios: Der Atlantik spielt ...

... und da hatten wir wirklich Glück, das einmal erleben zu dürfen. Ich hatte ja Besuch im Haus - Basti reiste am 4.10. an und leider spielte das Wetter (wieder mal) nicht so dolle mit: Er hatte nur zwei oder drei wirklich schöne Tage mit Sonne und Pool. Aber dafür waren wir viel unterwegs. Und am Samstag hat uns der Atlantik mal gezeigt, wie es ist, wenn er ein bissle Wellen macht.

Uns wars schon aufgefallen, als wir mittags von Freeport/Alcochete zurück fuhren, an der Linha entlang: Überall standen Autos und Menschen, die aufs Meer hinaus starrten.
Hab ich mir gedacht: "Hmmm - das köööönnte am Boca do Inferno interessant sein..."
Et voilà:
Und das war alles unten am Parkplatz des Boca do Inferno.
Direkt ans Boca konnte man nicht, das war gesperrt. Aber trotzdem waren natürlich eine Menge Leute da, die fasziniert zuschauten, wie die Wellen sich auftürmten.
Hier noch ein Blick aufs Boca "von oben", also vom gesperrten Tor aus:



Wir sind dann weiter Richtung Guincho gefahren, und kurz nach dem Fort Oitavos hab ich dann noch diese Fotos gemacht:



Wir waren natürlich nicht die einzigen hier - der Atlantik am vergangenen Samstag war ein Fest für alle Fotografen, wie man sieht:


Donnerstag, 16. September 2010

der neue cartão do residência permanente

Heute war wieder mal so ein Tag, wie es in Portugal sein soll.

Mein Termin bei der SEF. Um 10 Uhr morgens.
ich hatte ja schon nachgefragt, in weiser Voraussicht, bei meiner Terminabsprache, was man der jetzt seit einiger Zeit machen muss, was ich an Dokumenten so alles vorliegen soll.
Seit heute weiß ich nun, warum die SEF seit neuestem Termine macht.
Es ist nämlich einfach so, dass man damit die Schlangenbildung etwas verschiebt. Dafür dauert das ganze dann allerdings änger als bei mir jemals zuvor.

Aber der Reihe nach:
Ich also Anfang August bei der SEF angerufen,
1) in der Hoffnung, dass ich dann wegen Urlaubszeit nicht so lange warten muss, und
2) weil meine alte Residência am 1. September 2010 "ablief".
Das sagte ich der Dame auch am Telefon, als sie mehr als Termin den 16. September 2010, um 10 Uhr morgens nannte.
"Não faz mal", meinte sie. Aber vorher hätte sie eben keinen Termin frei.

Macht ja auch nichts, dachte ich, hab ich wenigstens Zeit schöne Fotos machen zu lassen, und alle Papiere zusammen zu sammeln.

Heute Morgen bin ich da also hinmarschiert.
Der erste, sehr erfreuliche Eindruck: keine lange Schlange, die sich um den Häuserblock windet.
Eine kleine, mickrige Schlange, von circa vier Personen, die im Eingangsbereich steht, weil da einer sitzt, der die senhas austeilt.

Ich nannte meinen Namen, er fand mich, gab mir eine Nummer mit einem B (29!) Und erzählte mir, diese Nummer würde dann aufgerufen.
Na gut, dachte ich, nachdem es erst neun Uhr 45 war, warte ich halt ein wenig.
Ziemlich genau um 10 Uhr wurde ich dann an die neue, im Wartesaal befindliche Rezeption gerufen. Da waren zwei Damen tätig, die jeden überprüften, ob er auch die wichtigen Dokumente dabei hat.
"Meine" tat das natürlich auch, und voller Freude konnte ich feststellen, dass sie nur genau jene Papiere haben wollte, die auch auf der Internetseite der SEF zu finden sind. Also weiß Gott nicht all jene, die Dame am Telefon mir genannt hatte. Nun bin ich ja nicht blöde, lebe ja nun auch schon einige Zeit in diesem Lande, und war - trotz der aus dem Internet heruntergeladenen Dokumentenliste - natürlich für alle Eventualitäten vorbereitet.

Die Dame überprüfte also, stellte fest, alles ist da - ich freute mich.
Aber nix da!
Ich wurde mit einem neuen Antrag versehen, meiner - aus dem Internet heruntergeladen - galt angeblich nicht mehr, und ich sollte eine neue senha holen. Diesmal nicht B, sondern aus völlig unerklärlichen Gründen den Buchstaben E (der normalerweise für all jene gedacht ist, die gar nicht selbst hinmarschieren, sondern jemanden beauftragen).
Meine Nachfrage ergab: Das ist schon o.k., Sie sind ja aus der Europäischen Union.
O.k. - wenn sie das sagt...

Nach etwa einer halben Stunde war es dann soweit:
Tisch Nummer sechs war der meine. Eine junge dunkelhäutige Mitarbeiterin nahm meine Papiere entgegen, schaute entsetzt auf meine Residência, und tat kund: "Da müssen Sie einen komplett neuen Antrag stellen, denn die ist ja bereits abgelaufen!"
Wie bitte!?
Ich erklärte, dass ich genau das der Dame am Telefon vor ungefähr sechs Wochen gesagt hätte, und dass die mir mitgeteilt hätte, das würde nichts ausmachen. Weil ja alles in den Akten vermerkt sei.
O.k., musste die Dame nachfragen.
Mit anderen Worten: Sie verschwand.
Aber sie kam zurück. Mit freudiger Botschaft. Es geht doch!

Dann sah sie meine extra angefertigten Fotos.
"Die gehen nicht, die sind zu groß!"
Mein Einwand, dass ich die nun extra für Dokumente hätte anfertigen lassen, galt nichts.
Mir wurde dafür der genaue Weg zu einer "foto machina" beschrieben.
O.k., wenigstens ein Vorteil - das klärte ich sofort ab:
Ich müsste nach erfolgter Fotoherstellung keine senha mehr ziehen, könnte gleich zu ihr hineinmarschieren.

Ich also raus aus dem Gebäude, um zwei Kurven, auf die "HauPtstraße" in Cascais: nichts zu sehen. Kein Hinweis auf eine foto machina.
Aber ein Polizist auf so einem vierräderigen "Motorrad" kam des Weges, mit schick verspiegelte Sonnenbrille. Den stoppte ich.
Er wusste allerdings auch nichts.
Aber er war sehr hilfsbereit, denn:
"Espera um momento, se faz favor" - und er fuhr 5 m weiter (muss ja auf diesem Wege auch wahnsinnig Spaß machen!), um da einen vor seinem Geschäft stehen den Juwelier zu fragen, wo denn hier der Fotoautomat sei.
Der wusste Bescheid (klar, mit nem Laden zums Eck von der SEF ), und nachdem das Dingens auch genau im Eingangsbereich meiner Versicherungsagentur stand, fand ich da sogar hin.

Fotos aus solch einem Automaten habe ich, glaube ich, zuletzt vor 40 Jahren oder so machen lassen.
Gemeinsam mit ein paar kichernden Freundinnen, und mit vielen Grimassen. Seitdem allerdings bevorzuge ich es, aus Erfahrung klug geworden, Fotos für Dokumente lieber dann doch in einem Studio machen zu lassen. Darf gerne ein Schnellstudio sein, aber nimmer im Automaten.

Egal: bevor ich den ganzen Prozess nochmal anfange...
Ich also in den Automaten gesetzt, alles ordentlich befolgt, eine 5-Euro-Note hineingeschoben.
Resultat: Nix!
Dasselbe nochmal.
Resultat: Nix!
Aber wenigstens spuckte der Automat das Geld jeweils wieder aus.
Ich also raus marschiert und nach jemandem gesucht, wie mir da weiterhelfen kann. Nervös oder genervt?? IIIICH doch ned.

Und was entdecke ich?
Außen an dieser Box der Schnellfotomaschine: ein Extrafach, mit 2 x 4 Fotos drinnen.
Grausige Fotos. Aber: Fotos, die es für die SEF tun werden.

Bei meiner erneuten Ankunft beim SEF-Gebäude war eine kleine Schlange entstanden. Es gab nämlich heftige Diskussionen, nicht von meiner Seite, sondern von ein paar Leuten, die sich da von dem "Pförtner" veräppelt fühlten.

Aber letztendlich war es dann soweit. Ich stand vor dem Pförtner. Erklärte dass ich gleich sein dürfe.
Das klappte natürlich auch - wir sind schließlich in Portugal! - und nach nur weiteren knapp sieben Minuten, als "meine" Dame die andern beiden abgefertigt hatte, die vor mir behandelt wurden, nahm sie mir meine scheußlichen Fotos ab.
Fertigte ein Papier hinaus, dass ich ein neues Dokument beantragt hätte, sagte mir, das alte sei dann sozusagen bis dahin gültig - und das war's.

Jetzt muss ich nur noch auf die Benachrichtigung warten, dann darf ich nochmal hin, Zahlen und Fingerabdruck, und dann bin ich wieder "legal".

Dienstag, 13. Juli 2010

Gärtnerfreuden...

ja ja lacht nur. aber ich hab zum allerersten mal in meinem leben einen gemüsegarten angelegt. und bin einfach nur beeindruckt, wie alles wächst und gedeiht.
angefangen hatte das ja so:
kirschtomaten (links) und rucola (rechts)

nach ein paar wochen (jaaaa in portugal geht das so schnell) wars dann schon soweit: der rucola erntefähig und die zucchini (hier nicht im bild) waren auch schon fingergroß...
und sie wachsen und wachsen
so wild und ungezügelt, dass ich die tage luís um hilfe bat, da gemeinsam mit mir mal ordnmung reinzubringen. e voilà - die rustikale, landestypische rankhilfe:
war ganz schön arbeit, das alles jetzt erst (ok, ich schäm mich e bissle) hochzubinden. kirschtomaten gibt es jetzt schon jeden tag und auch bei der flaschentomaten zeigen sich die ersten roten früchtchen.

übrigens: rucola ist abgeerntet.
jetzt steht bald eisbergsalat an (endlich, den gibt es hier in portugal nämlich nicht überall)

und die bohnen sind ebenfalls schon erntereif.

von den zucchini ganz zu schweigen:
ich hab schon (gefühlte) tonnen eingefroren, aber die zweite ernte ist schon da...